Bayern 2

radioWissen

KläranlagenGesundheit als öffentliche Angelegenheit Der Kampf um sauberes Wasser - Wie funktionieren Kläranlagen? Autorin: Inga Pflug / Regie: Händewaschen, Duschen, die Klospülung betätigen, Geschirrspülen, Wäsche waschen und in die Autowaschanlage fahren: Pro Einwohner landen durchschnittlich 118 Liter Schmutzwasser bundesweit Tag für Tag in der Kanalisation. Darin enthalten: Waschmittel und Seife, Farben und Hygieneartikel, Medikamente, Essensreste, Fäkalien und vieles andere mehr. Doch Wasser ist wertvoll. Und so wird großer Aufwand betrieben, um das Wasser wieder vom Schmutz zu befreien. Klärwärter und Abwassermeister führen in den Kläranlagen den Kampf um sauberes Wasser. Mechanisch, biologisch und chemisch wird das Schmutzwasser hier behandelt - bis es wieder klar und sauber ist. Aber ist es dann wirklich rein? Die Geschichte der systematischen Abwasserreinigung ist noch immer eine Geschichte voller Herausforderungen. Der Kampf gegen Pocken - Die erste Impfung der Geschichte Autor: Lukas Grasberger / Regie: Sie waren eine Geisel der Menschheit, die einst Millionen das Leben kostete: Die Pocken. Die gefürchtet Krankheit, die mit eitrigen Pusteln einherging und die Überlebenden oft mit entstellenden Narben zeichnete, verschonte bis ins 19. Jahrhundert weder Arme noch Reiche. Doch 1796 entwickelte der englische Landarzt Edward Jenner gegen die Erkrankung die so genannte Vakzination: Die erste Impfung der Geschichte. Die Idee der Vakzination, für die Jenner ein Kuhpocken-Serum verwendete, sollte sich schnell auf der Insel und auf dem europäischen Kontinent verbreiten. Aber erst eine reichsweite Impfpflicht konnte die Pocken massiv eindämmen. Nur noch vereinzelt kam es zum Ausbruch kleinerer Epidemien - der letzten im nordrhein-westfälischen Meschede im Jahr 1970. Es sollte noch knapp ein Jahrzehnt dauern, bis die Weltgesundheitsorganisation die endgültige Ausrottung der Pocken verkünden konnte. Seitdem sind die Pocken für Menschen nur mehr eine eher theoretische Gefahr: Sorgen machen Experten die Restbestände des Virus in zwei Hochsicherheitslabors - sowie Fortschritte der synthetischen Biologie, die die Züchtung einer Pocken-Biowaffe möglich erscheinen lassen. Moderation: Redaktion: Nicole Ruchlak
Donnerstag 09:05 Uhr

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Radiokolleg - David gegen Goliath

johannes gelichWenn Einzelkämpfer ins Rad der Geschichte greifen (4). Gestaltung: Johannes Gelich Wer kennt sie nicht, die alttestamentarische Geschichte vom jungen israelitischen Hirten David, der den schier unbezwingbaren Riesen Goliath im Kampf bezwingt. Der Mythos vom kleinen, schwachen, unbeirrbaren Kämpfer, der einen scheinbar übermächtigen Gegner in die Knie zwingt, hat in vielerlei Gestalt Eingang in die abendländische Kultur gefunden und bis heute in der populären Kultur überlebt: ob Charlie Chaplin, Inspektor Columbo oder Asterix und Obelix - all diese Geschichten leben von den kleinen Außenseitern, die sich mit den Mächtigen dieser Welt anlegen. Auf das Narrativ vom siegreichen David wird von Umweltaktivisten, die vom wackligen Schlauchboot aus gegen Riesentanker ins Feld ziehen, genauso zurückgegriffen wie von Rechtspopulisten wie Trump oder Orban. Doch unabhängig von der politischen und ökonomischen Verwertbarkeit des dramaturgischen David-gegen-Goliath-Schemas, liegt es wohl in der Natur des Menschen, dass sich immer wieder Einzelkämpfer aufschwingen, um gegen einen übermächtigen Gegner und ein dahinterstehendes System aufzubegehren. Ein österreichischer David ist Max Schrems, der sich zum Ziel gesetzt hat, einen der mächtigsten Internetriesen weltweit zu bekämpfen: das datenverschlingende Monster Facebook. Der Jurist und Datenschutzaktivist klagte quasi im Alleingang den multinationalen Konzern Facebook wegen Verletzung des Datenschutzes und der Weitergabe von persönlichen Daten an den US-amerikanischen Geheimdienst NSA. Auch der peruanische Bauer Saúl Lliuya hat den Kampf gegen einen Goliath aufgenommen, in diesem Fall gegen den deutschen Energieriesen RWE. Saúl Lliuya lebt mit seiner Familie unterhalb eines Gletschers, der aufgrund der Klimaerwärmung schmilzt und jederzeit eine lebensbedrohliche Überschwemmung verursachen könnte. Der Bauer fordert von dem größten CO2-Emittenten Europas eine finanzielle Entschädigung für die Mitverantwortung am Klimawandel. Eine Anwältin und ein Verein unterstützen den Bauern bei dem geradezu größenwahnsinnig anmutenden Gefecht gegen den Goliath RWE. Nachdem die Klage in erster Instanz abgewiesen wurde, geht der Kampf nun in die zweite Runde. Auch gegen den deutschen Chemieriesen BASF hat sich eine kleine Gruppe von Aktivisten formiert, um den Chemiekonzern an seine Lieferkettenverantwortung zu erinnern: Während das Platin in den 3-Weg-Katalysatoren unserer neuesten Automodelle für saubere Umwelt sorgt, sterben die schwarzen Minenarbeiter im südafrikanischen Marikana an TBC oder Staublungen, wenn sie nicht in Arbeitskämpfen von der Polizei erschossen werden. Der menschliche Drang, als David in das Rad der Geschichte greifen zu wollen, ist auch in Zeiten der sogenannten Politikverdrossenheit ungebrochen. Dieser Mythos ist nicht unterzukriegen - davon können die Goliaths von heute ein Lied singen.
Donnerstag 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Dazwischen: Ich

Kinder- und Jugendliteratur als Spiegel der Gesellschaft (4). Gestaltung: Ute Maurnböck Wenn ein Elternteil die Familie Knall auf Fall verlässt, wenn der Körper auf Idealmaße gehungert werden soll, wenn die echte Welt so grausam ist, dass man sich lieber in eine unechte flüchtet, wenn die Familie gezwungen ist, die Heimat zu verlassen. Autor/innen von Kinder- und Jugendbüchern erzählen Geschichten von jungen Menschen und ihren Träumen und Nöten. Ihre Erfahrungen spiegeln die Gegebenheiten unserer Gesellschaft wieder. Patchwork, Computersucht, Umweltzerstörung oder Migration in einer globalisierten Welt sind Themen, mit denen Kinder und Teenager heute konfrontiert sind. Die Verlage reagieren darauf: unter anderem mit einer Flut an pädagogisierenden Büchern, die aufgrund ihrer aktuellen Problematik guten Absatz versprechen. Und doch gibt es Schriftsteller/innen, die sich den Sujets auf hohem Niveau nähern: wortgewaltig, witzig, zart oder ironisch. Die Berliner Kinderbuchautorin und -illustratorin Ute Krause erzählt zu umwerfend komischen Bildern wie aus einer Trennungsfamilie gelungenes Patchwork werden kann, Julya Rabinowichs Protagonistin zeichnet in Tagebuchform den schwierigen Neuanfang nach der Flucht in ein fremdes Land nach; Tamara Bach schildert auf eindringliche Weise einen Spätsommertag im Leben einer Vierzehnjährigen. Das Radiokolleg stellt aktuelle Werke und ihre Verfasser/innen vor.
Donnerstag 09:30 Uhr

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Radiokolleg - Wie das Bühnenhandwerk lernen?

darstellende Kunst WienStudierende beforschen ihre Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (4). Gestaltung: Hans Groiss 1817 gründete die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien eine Singschule für je zwölf Knaben und zwölf Mädchen. Nach Pariser Vorbild sollte ein Konservatorium unter der Leitung von Antonio Salieri entstehen. Es folgten Instrumentalklassen für Violine und Klavier, sowie Schauspielunterricht. Vorerst im Wiener Musikverein am Karlsplatz angesiedelt, übersiedelte die k.u.k. Akademie für Musik und darstellende Kunst Wien - nach Verstaatlichung - 1913 in die Lothringerstraße. Nach den beiden Weltkriegen, Naziterror, dem Wirtschaftswunder und der Entwicklung der Musikmarke Österreich zog sie als Musikuniversität Ende der 1990er Jahre bis zu Beginn des neuen Jahrtausends in das ehemalige Gebäude der Veterinärmedizin. Neben dem Hauptgebäude gibt es zehn weitere Standorte. An der mdw, der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, wird gegenwärtig Kunst, Theater und Film in 115 Studienrichtungen unterrichtet. 24 Institute - neben Musik und Schauspiel, auch für Wissenschaft, Forschung und Pädagogik - bieten mehr als 3.000 Studierenden aus mehr als 70 Ländern eine Ausbildungsstätte. Max Reinhardt Seminar oder Filmakademie zählen zu den bekannteren, aber es gibt auch Institute für Musiktherapie, Musiksoziologie, elementare Musikpädagogik oder Popularmusik. Computermusik, Tonmeisterei, Akustik, Komponieren und Dirigieren werden ebenso künstlerisch vermittelt, wie Kulturmanagement oder Gender Studies. Für Lehrende und Studierende stellt sich immer wieder die Frage neu, ob Kunstausbildung auch Berufsausbildung ist. Wie kann Kunst im 21. Jahrhundert vermittelt werden? Welchen Stellenwert haben globale kulturelle Entwicklungen für eine Musikuni in Wien, die heuer 200 Jahre alt wird? Solche Fragen stellen Studierende der mdw zum Beispiel an Rektorin Ulrike Sych, aber auch andere Entscheidungsträger/innen und Involvierte, sowie Alumni. Gemeinsam mit Hans Groiss analysieren sie Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Institution.
Donnerstag 09:45 Uhr

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Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

kaugummiGummi Der Kaugummi - Zäher Begleiter der Menschheit Autorin: Brigitte Kramer / Regie: Frank Halbach Er stammt aus Mittel- und Südamerika und war den Mayas ein Allheilmittel. Sie trauten dem bis zu 40 Meter hohen Breiapfel- oder Kaugummibaum, Manilkara zapota, fast alles zu: Wunden heilen, Cholesterin senken, Duchfall stoppen, Erkältung lindern ... Weltkarriere hat sein eingedickter Milchsaft gemacht. Die Ureinwohner nannten ihn Chictli und kauten darauf herum. Die Spanier brachten den Naturkaugummi im 16. Jahrhundert dann nach Europa. Als die Amerikaner Ende des 19. Jahrhunderts den synthetischen Kaugummi erfanden, geriet die süßliche Kaumasse in Vergessenheit. Heute hat sie wieder Renaissance: Eine Kooperative produziert in Mexiko Naturkaugummi der Marke Chicza und vertreibt ihn in über 30 Ländern. Dabei bleiben der tropische Regenwald und eine Jahrtausende alte Kultur erhalten. Das weiße Gold - Kautschuksammeln im Amazonas Autorin: Gudrun Fischer / Regie Irene Schuck Eine Oper mit Goldkuppel mitten im Amazonasurwald? Die Kautschukbarone Brasiliens investierten ihr Geld in Prunk. Sie verdienten Ende des 19. Jahrhunderts ein Vermögen mit dem weißen Gold, dem Kautschuk. Doch der Boom endete schnell. Die Kautschuksamen wurde außer Landes geschmuggelt und wuchsen in anderen tropischen Ländern auf Plantagen. Das mühsame Ernten im Urwald lohnte sich nicht mehr. Trotzdem suchen heute noch Menschen im Amazonasgebiet nach dem Naturgummi. Sie leben in Sammelreservaten, bekommen ein paar Pfade im Urwald zugewiesen und wandern täglich durch den Wald, um an den besten Stämmen zu ritzen. Der weiße Milchsaft läuft in eine Schälchen, das sie am Stamm befestigen und einmal die Woche leeren. Heute liefert Brasilien nur noch ein Prozent des weltweit verkauften Naturgummis. Doch das soll sich ändern. Es wird erforscht, ob der Latex-Baum nicht im Süden Brasiliens in Plantagen wachsen kann, wo der Pilz, der den Baum im Amazonasgebiet befällt, nicht überlebt. Kautschuk ist hitzebeständiger als künstliches Gummi. Deswegen müssen zum Beispiel Flugzeugreifen zu hundert Prozent aus diesem Pflanzensaft sein. Insgesamt 40.000 Produkte werden aus Kautschuk hergestellt, besonders in der Medizintechnik ist Naturlatex nötig. Mit einer Kautschuksammlerin unterwegs im Amazonasurwald. Moderation: Thies Marsen Redaktion: Gerda Kuhn
Donnerstag 15:05 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

ewiger JugendWarum erwachsen werden? Über die Sehnsucht nach ewiger Jugend Von Georg Gruber Woher kommt diese Glorifizierung der Jugendzeit? Und was passiert mit einer Gesellschaft, in der keiner mehr erwachsen werden und Verantwortung übernehmen will?
Donnerstag 19:30 Uhr

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Radiokolleg

johannes gelichDavid gegen Goliath. Wenn Einzelkämpfer ins Rad der Geschichte greifen (4). Gestaltung: Johannes Gelich Dazwischen: Ich. Kinder- und Jugendliteratur als Spiegel der Gesellschaft (4). Gestaltung: Ute Maurnböck Wie das Bühnenhandwerk lernen? Studierende beforschen ihre Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (4). Gestaltung: Hans Groiss
Donnerstag 22:08 Uhr

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